Jahreslosung 2020:
Ich glaube;
hilf meinem Unglauben!

Mk 9,24

Es freut uns, dass Sie den Weg hierher gefunden haben. Auf dieser Seite finden Sie alles rund um die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Visp.

Aktuell

Hier sind die Predigten für die Passionszeit (Prädikant Waniek), Karfreitag (Pfarrer Luther) und für Ostern (Pfarrer Dreyer).

Jakobs Ringen am Jabbok (1. Mose 32, 23-32)

Doch mitten in der Nacht stand er auf, nahm seine beiden Frauen, die beiden Sklavinnen und seine elf Söhne und überquerte mit ihnen den Jabbok an einer Furt. Auch alle seine Herden und seinen Besitz brachte er über den Fluss. Nur Jakob selbst blieb zurück. Da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte heraufzog. Als jener merkte, dass Jakob sich nicht niederringen ließ, schlug er auf dessen Hüftgelenk, sodass es sich ausrenkte. Dann sagte er: "Lass mich los, die Morgenröte zieht schon herauf!" Doch Jakob erwiderte: "Ich lass dich nicht los, wenn du mich nicht vorher segnest!" "Wie heißt du?", fragte der Mann. "Jakob", erwiderte er. Da sagte er: "Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel, Gotteskämpfer! Denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und hast gesiegt." Da bat Jakob: "Sag mir doch, wie du heißt!" Doch er erwiderte nur: "Warum fragst du?"; und er segnete ihn. "Ich habe Gott ins Gesicht gesehen", sagte Jakob, "und ich lebe noch!" Darum nannte er jenen Ort Pnuël, Gottes Gesicht. Als Jakob Pnuël verließ, ging die Sonne über ihm auf. Er hinkte wegen seiner Hüfte.

Eine skurrile Situation:

Jakob befindet sich mit seiner grossen Familie auf der Flucht vor seinem Bruder Esau. Da kommt ein Mann daher und ringt mit ihm die ganze Nacht. Als Jakob beginnt, diesen Kampf zu gewinnen, renkt ihm der Fremde sein Hüftgelenk aus. Jakob lässt ihn nicht los, bevor er ihn segnet. Auf die Frage Jakobs, wie der Fremde heisst, bekommt er keine Antwort. Hinterher erzählt Jakob, dass er Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen habe.

Als ich diese Geschichte im Jugendalter zum ersten mal gelesen habe, habe ich sie nicht verstanden und mich darüber geärgert, denn sie ist unrealistisch. Jakob ist mit vielen Frauen und Männern gereist. Als er die ganze Nacht nicht zu den anderen kam, ist niemand zurückgekehrt und hat ihn gesucht. Warum hat sich keiner um ihn Sorgen gemacht und ihm geholfen? Und als Jakob nach stundenlangem Ringen endlich am Gewinnen ist, wird er auch noch von dem Fremden verletzt. Anstatt ihn zu bestrafen oder zumindest zu vertreiben, verlangt Jakob von dem Fremden, dass er ihn segnet. Wie kann man seinen Angreifer als Segnenden sehen? Und hinterher behauptet Jakob auch noch, dass er Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen hat, soll der Fremde etwa Gott gewesen sein?

Das alles passt nicht zu meinem Gottesbild. Für mich ist Gott Liebe. Warum soll er sich aus Liebe mit Jakob ringen und ihn dann auch noch verletzten? Heute, 35 Jahre später, lese ich diese Geschichte mit anderen Augen. Sicherlich geht es hier nicht um eine Berichtserstattung. Diese Geschichte lädt uns ein, etwas über das Leben zu lernen und uns mit unseren Kämpfen in einer anderen Weise auseinanderzusetzen.

Gerade ist Fastenzeit und ich muss gestehen, dass ich in den letzten Jahren zwar immer ein paar Tage nichts gegessen habe, aber vor allem, um etwas Speck zu verlieren, bevor die Ostereierflut über mich hereinbricht. Letztes Jahr habe ich vier Tage nichts gegessen und sehr gelitten, wenn die Kinder ihr Mittagessen nicht aufessen wollten. Am meisten beeindruckt hat mich aber, als ich zum Abschluss meiner Nulldiät in der Schulmesse eine Hostie gegessen habe. Es war für mich ein sehr beglückendes Gefühl und ich war sehr dankbar, mit dem Essen wieder beginnen zu können.

Was ist eigentlich der Sinn vom Fasten? Von religiöser Bedeutung ist sicherlich die Unterbrechung von Gewohnheiten und der bewusste Verzicht, die eine spirituelle Auseinandersetzung erleichtern. Auch biochemisch ist Fasten in der Ernährung sinnvoll. Unser Verdauungssystem wird von der unausgewogenen Ernährung gereinigt. In der Folge fühlen wir uns fitter und energiebeladener.

Offensichtlich lohnt sich der Verzicht beim Fasten, sonst würden es nicht so viele Menschen aus religiösen oder anderen Gründen tun.

Gerade befindet sich fast die gesamte Menschheit in einer Fastenzeit, die vermutlich sogar über Ostern hinaus anhalten wird. Um die Ausbreitung der Pandemie des Coronavirus zu verlangsamen, zwingt uns die Regierung zum Fasten. Ob jung oder alt, wir dürfen geliebtes nur noch sehr eingeschränkt machen und das für ungewisse Zeit.

Die Kleinen dürfen nicht mehr mit anderen Kindern auf Spielplätzen spielen und dürfen nicht mehr in Kindergärten gehen. Die Schulen sind geschlossen und die vielen Schüler müssen ohne sozialen Austausch lernen und sehen nicht mehr ihre Kollegen, mit denen sie täglich Zeit verbrachten. Die Jugendlichen leiden unter dem Sozial Distancing besonders, denn in diesem Alter zählt der soziale Austausch sehr viel. Die Berufslehre wird erschwert, eine Zusammenarbeit ist mit dem geforderten Sicherheitsabstand nur schwer möglich und die Regierung ruft uns täglich auf, uns aus dem Weg zu gehen, besser noch daheim zu bleiben. Familien dürfen sich nicht sehen, die Enkel winken ihren Grosseltern aus der Ferne zu, anstatt sie zu umarmen. Wer hustest oder niest, wird verängstigt angeschaut. Und je älter die Menschen sind, desto mehr sollten sie sich zurückziehen und darauf verzichten, sich auszutauschen oder zumindest die Schönheit der Natur zu erleben. Gerade diese Generation, die sich aktiv um soziale Beziehungen bemühen muss, wird am härtesten bestraft. Viele Menschen in Altersheimen bekommen nicht mehr die Besuche, auf die sie sich so sehr freuen, die für sie lebenswichtig sind. Der Austausch zwischen den Generationen droht zu versiegen. In Traurigkeit und Leid ist es für sie jetzt schwer, Menschen zu finden, die trösten und zu Seite stehen.

Das ist ein sehr hoher Preis für die Gesundheit, vielleicht für manche zu hoch.

Es ist ein täglicher Kampf, den wir zur Zeit durchhalten müssen. Ich bin den ganzen Tag zuhause, arbeite für die Lonza über unzählige Telefonkonferenzen, mit meinen Schülern mache ich das gleiche. Nebenher sollten wir die Kinder betreuen und dafür sorgen, dass sie ihre Schulaufgaben erledigen. So sucht jeder in der Wohnung einen ungestörten Platz. Als unser Bundesrat Berset die harten Massnahmen zu Verhinderung der Coronaausbreitung mitgeteilt hat, sagte er, dass das Leben jetzt langsamer laufen würde. Diesen Satz habe ich nicht mehr aus dem Kopf bekommen und er stimmt. Alles läuft langsamer, das meiste, weil es ineffizienter ist, weil die bewährten Abläufe nicht mehr erlaubt sind. Mir ist schnell klar geworden, dass wir uns entscheiden müssen, ob wir darüber jammern oder versuchen, uns mit der geforderten Situation anzufreunden. Und jetzt, nach drei Wochen habe ich interessante Beobachtungen gemacht:
Meine Kinder haben gar nicht so sehr gejammert über die fehlende Schule, die fehlenden Kollegen, und fehlenden Sporttrainings. Es hat sich etwas ganz Neuartiges entwickelt. Meine Kinder spielen fast den ganzen Tag miteinander, vorher haben sie das nur selten gemacht. Sie können inzwischen viel besser mit Langeweile umgehen. Ich habe für Lonza und Schule Arbeitsstrategien entdeckt, die wirksamer sind, als wenn ich Vorort wäre. Meine Familie erlebe ich den ganzen Tag. Es gibt gar nicht so viel zusätzliche Konflikte, aber ich verpasse weniger schöne Momente. Wir verbringen fast alles in Gemeinschaft und haben sogar wieder begonnen Brett- oder Kartenspiele zu spielen.

Sicherlich haben nicht alle dieses Glück, dass sie in dieser Quarantänezeit auch Gutes erleben. Für sie ist jeder Tag ein Kampf, ihr Leid nimmt zu und sie werden nach dieser Zeit hinken, so wie Jakob nach seinem Kampf. Jakob hat in seinem Kampf nichts profitieren können. Die Flucht vor seinem Bruder stand still, die Gefahr, von ihm entdeckt zu werden wuchs mit jedem Moment und er konnte in dieser Zeit für seine Familie nicht da sein. Aber er hat von dem Angreifer verlangt, dass er als gesegneter aus diesem Kampf geht. Aber wie kann uns diese Coronakrise ein Segen sein?

Vielleicht können Kinder und Jugendliche lernen, dass viele Dinge nicht selbstverständlich sind und dass weniger mehr sein kann. Wir Erwachsenen lernen in dieser Zeit, dass Leistung nicht alles ist, sondern die Gesundheit wichtiger ist. Wir haben mehr Zeit, unser Umfeld wahrzunehmen und uns mit uns selber zu beschäftigen. Die vielen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sind auf sich selber angewiesen. Vielleicht entstehen tiefere Beziehungen untereinander.

Sich mit Einschränkungen, dem Verzicht oder sogar dem Leid anzufreunden, anstatt daran zu verzweifeln, dazu lädt uns die Geschichte von Jakobs Kampf am Jabbok ein. Nicht umsonst, sieht Jakob Gottes Liebe in dem Kampf. Der Kampf in der Krise soll uns ein Segen sein.

Amen. Thomas Waniek, Prädikant der ref. Kirchgemeinde Visp.

Komm zum Kreuz!

Lukas 18, 31-34 Die dritte Ankündigung von Jesu Leiden und Auferstehung

31 Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

32 Denn er wird überantwortet werden den Heiden, und er wird verspottet und misshandelt und angespien werden,

33 und sie werden ihn geißeln und töten; und am dritten Tage wird er auferstehen.

34 Sie aber begriffen nichts davon, und der Sinn der Rede war ihnen verborgen, und sie verstanden nicht, was damit gesagt war.

Lukas 23, 33-34 Jesu Kreuzigung und Tod

33 Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken.

34 Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum.

KOMM ZUM KREUZ! Das ist unser Thema am Karfreitag 2020. Aber: Wieso lohnt sich das? Dafür gibt es drei Gründe:
Das Kreuz ist das Zeichen deiner Befreiung! DAS IST DAS ERSTE.
Sagt dir „Bergans Powerframe etwas?“ Das ist der grösste Rucksack der Welt, den es im Handel zu kaufen gibt. Er hat ein Füll-Volumen von fast 200 Liter. Das ist ein Rucksack wie eine tragbare Schrankwand. Stell‘ dir mal vor, du setzt diesen Riesenrucksack nach einer langen Wanderung endlich ab. Was muss das für eine Erleichterung sein? Und so eine Erleichterung kannst Du auch heute, am Karfreitag erleben!

Und daher: Komm zum Kreuz, komm zum Gekreuzigten. Er wartet nur darauf, dass du ihm deinen Lebensrucksack gibst. Wie gross und schwer er auch sein mag. Was auch immer da drin ist: deine Sorgen, deine Verzweiflung, deine Schuld, was auch immer dich plagt und was du mit dir herumträgst. Jesus wartet nur darauf, dass du zum Kreuz kommst, dass du all deine Lasten bei ihm ablegst. Und im Gegenzug gibt dir Jesus sogar noch etwas: Frieden! Frieden mit Gott, seinem Vater. Frieden ganz tief in deinem Herzen. Frieden auch angesichts der grossen Ungewissheit, die uns in diesen Tagen erfasst. Die ganze Welt hält den Atem an. Viele sind verzweifelt und fragen sich: Wie soll es weitergehen? Wie lange wird dieser Virus noch unser Leben bestimmen? Und was werden die Folgen für unser Land sein?

Damit du in aller Ungewissheit diesen befreienden, tiefen inneren Frieden bekommst, ist Jesus bewusst den Weg nach Jerusalem gegangen. So wie er es angekündigt hat: als dein Retter, dein Erlöser, dein Befreier von Sorgen, Schuld und auch der Verzweiflung. Denn es ist Gottes ganze Leidenschaft, DASS DU FREI wirst. Und darum: Sag bewusst JA zu diesem Befreiungsangebot, das Jesus dir macht.

KOMM ZUM KREUZ! Denn das Kreuz ist Zeichen deiner Befreiung! ---Das ist das ERSTE. Und nun das ZWEITE:
Das Kreuz ist zweitens ein Zeichen der Praxis. Es lohnt sich zum Kreuz zu kommen, weil es dein Leben praktisch und positiv verändert. Wo andere nach Rache schreien würden, da sagt Jesus: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Es mag Situationen geben, da möchtest du am liebsten diesen Satz umdrehen und sagen: Herr, vergib ihnen ja nicht, denn die wissen genau, was sie mir antun.
Das Kreuz aber steht dafür, dass du es anders machst.

Neulich lese ich über die Geschichte der Hugenotten in Frankreich. Das sind die französischen Reformierten. Sie wurden einst wegen ihres Glaubens vom französischen König schwer verfolgt. Dies geschah besonders im 16. Jahrhundert. Was tun die Hugenotten in der Verfolgung? Mir fällt beim Lesen fast das Buch aus der Hand: Die verfolgten Reformierten beten für den König. Sie beten täglich. Als man von einer Verwundung des Königs hört, was tun die Hugenotten? Rufen sie: Ha, geschieht ihm Recht? Nein: Sie verdoppeln das Gebet für den König. Denn sie erinnern sich an Jesu Worte: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen. Das hat Jesus gesagt, wörtlich gemeint und er hat es selbst praktiziert- am Kreuz. Und jetzt halt dich bitte fest. Denn jetzt kommt’s: Jesus will, dass du das genauso machst wie er. Dass du seine Botschaft der Vergebung praktisch lebst.

Es geht ja zurzeit darum, die Infektionsketten vom Corona-Virus zu durchbrechen. Ganz ohne Zweifel ist das wichtig, dass wir alle mit ganzem Einsatz daran arbeiten. Darüber hinaus gilt es ebenso, die Infektionsketten der Vergeltung zu kappen. Das war so, das ist so und das wird auch nach der derzeitigen Krise so wichtig sein: Dass du die Vergebungsbotschaft vom Karfreitag praktisch lebst.

-“Ich bin doch nicht blöd!” mit diesem Spruch hatte der Media Markt seinen Siegeszug durch die Schweiz angetreten. “Ich bin doch nicht blöd!” Das denkt so manch einer, wenn er die Botschaft von der Vergebung hört. Aber: Wenn du vergibst, bist du ganz und gar nicht dumm, sondern du bekommst nur Vorteile. Sieh die positiven Vorteile beim Vergeben:

Vergeben befreit. Vergeben gibt dir neue Kraft. Es löst Blockaden in dir. Wer von euch hat das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci in Mailand live gesehen?

Es wird erzählt, dass Leonardo Da Vinci, als er dieses berühmte Abendmahl malt, etwas sehr Negatives macht: Da Vinci gibt dem Judas das Gesicht seines ärgsten Feindes. Da Vinci geniesst die Tatsache, dass er dadurch seinen Feind für immer blossstellen kann. Welch’ herrliche Rache! Aber da geschieht etwas Seltsames. Da Vinci kann das Bild nicht fertig stellen. Seine Kreativität ist erstickt. Plötzlich erkennt er, was er tun muss: Da Vinci vergibt seinem Feind. Zu gleich radiert er dessen Gesicht aus dem Gemälde wieder aus. In derselben Nacht malt da Vinci das Bild fertig. Vergeben löst bei ihm alle Blockaden. Vergeben will das auch bei dir tun.

Wobei: Vergeben bedeutet dabei nicht "gutheissen" oder "billigen“, was andere getan haben, sondern vor allem eines: loslassen. Darum ist Vergeben positiv für dich, deine Gesundheit, für deine Seele und deinen Glauben.

Vergeben ist unter dem Strich einfacher, als unversöhnlich zu bleiben. -Vergebung statt Vergeltung: DAS ist der Wille des Herrn. Das ist sein Programm. Das darf auch dein Programm sein. Denn: Vergeltung führt zu nichts. Warum haben wir denn bis heute so viel Kriege? Warum gibt es denn in so mancher Familie und Nachbarschaft dauernd Ärger? Weil Menschen immer wieder Vergeltung üben. Jesus weiss: Einer muss den Anfang machen und diesen Kreislauf unterbrechen. Und mit seinem Gebet am Kreuz macht Jesus das. Das darfst du genauso tun. Denn das Kreuz ist ein Zeichen der Praxis. Darum habe ich jetzt auch zwei praktische Vorschläge:
Jesus sagt: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Mach diesen Vers zu deinem eigenen Gebet. Es ist sehr tröstlich diesen Vers nachzusprechen, gerade dann, wenn dir das Vergeben so schwerfällt. Du darfst Gott bitten, jemand zu vergeben, wenn dir selbst die Kraft dazu fehlt. Du kannst diesen Menschen Gott übergeben. Dabei kannst du sagen: Vater, vergib dieser Person, sie weiss letztlich nicht, was sie mir antut. Denke ebenso an dich selbst: Vergib auch mit Gottes Hilfe dir selbst. Nutze heute die Gelegenheit auch dadurch frei zu werden. –Halten wir fest:
Das Kreuz ist Zeichen der Befreiung!
Das Kreuz ist Zeichen der Praxis! Und nun noch das DRITTE:
Der Boxweltmeister Jim Watt wurde einmal gefragt: Was sollte man später einmal auf deinen Grabstein schreiben? Seine Antwort: Zählt solange ihr wollt − diesmal bleibe ich liegen!

Ein Christ aber sieht das völlig anders. Ein Christ ist davon überzeugt, dass er einst aufsteht… als Sieger über den Tod! Auch und gerade dafür steht das Kreuz. Das Kreuz ist Zeichen des Sieges. Wenn Jesus in den Leidesankündigungen über seinen Tod spricht, spricht er daher immer auch über seine Auferstehung. Das gehört für ihn fest zusammen. Und auch für uns am heutigen Karfreitag.
Das Kreuz ist Zeichen des Sieges.

Denn sie hängen Jesus zwar ans Kreuz. Sie teilen seine Kleider unter sich auf. Sie legen ihn ins Grab. Und sie denken: Jetzt ist alles vorbei. Aber am frühen Sonntagmorgen steht Jesus auf mit aller Macht des Himmels. Damit hat am Karfreitag vor 2000 Jahren niemand gerechnet. Die Jünger nicht. Pilatus nicht, die Soldaten unter dem Kreuz nicht. Aber du weisst es heute: Das Kreuz ist Zeichen des Sieges.

Und wenn du an Jesus Christus glaubst, hast du Gottes riesige Osterkraft in deinem Rücken. Frage: Wie würde dein Leben aussehen, wenn du diese Kraft wirklich nutzt?

Nimm dir ein Blatt Papier her. Falte es in der Mitte. Auf die linke Seite schreibst du: Das sind meine problematischen Situationen. Auf die rechte Seite notierst du: So könnte ich diese Situationen mit der Osterkraft von Jesus Christus angehen.

Denk daran: Wenn du an den Gekreuzigten und Auferstandenen glaubst, bist du -WAS AUCH IMMER GESCHIEHT -niemals verloren. In keiner Situation.

Darum gibt es kein Unmöglich. Auch in der derzeitigen Situation, in der ein Virus unser Leben lahmlegt, einschränkt und uns in Angst und Schrecken versetzt.

Darum gibt es immer einen Weg für dich.

Darum lass den Mut nicht sinken: weder für dich, noch für andere.

Da ich durch den Virus keine Besuche mehr machen darf (ausser beim Militär) rufe ich in diesen Tagen so viele Menschen wie möglich an und stelle ihnen zwei Fragen: Wie geht es dir? Wie kann ich dir helfen?- Ich lade dich ein, dies ebenfalls zu tun. Dies ermutigt dich und ebenso andere.

In jedem Fall: Womit du auch immer zu kämpfen hast: KOMM ZUM KREUZ!

Wenn uns etwas ganz wichtig ist, dann machen wir uns drei Kreuze in den Kalender. Drei Kreuze, kommt dir das bekannt vor?
Drei Kreuze stehen am Karfreitag auf dem Hügel Golgatha.
Drei Kreuze solltest du dir heute nicht nur in den Kalender machen, sondern sie dir ins Herz schreiben lassen:
Als Zeichen deiner Befreiung, der Praxis im Alltag und des Sieges über Tod, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. KOMM DAHER ZUM KREUZ! KOMM ZU Jesus Christus. Es lohnt sich. Dass Du das immer wieder neu persönlich entdeckst und erlebst das, wünsche ich dir von ganzem Herzen.
Amen. Pfarrer Tillmann Luther, Visp, im April 2020.

Informationen zu Übertragungen von Gottesdiensten:

Pfarrer Tillmann Luther hat am 22. März im katholischen Gottesdienst auf rro.tv mitgewirkt. Er wird die Ostermesse am 12. April ebenfalls auf rro.tv mitgestalten.

Am Sonntag vor Ostern, am Palmsonntag, gab es auf Kanal 9 einen Gottesdienst aus der Reformierten Kirche in Visp mit Pfarrer Stephan Dreyer und Tillmann Luther. Die musikalische Gestaltung haben Sarah Brunner und Marielle Oggier. Den ganzen Gottesdienst können Sie sich hier anschauen.

Weitere Karfreitags- und Ostergottesdienste:
- TV SRF 1 live: Evangelisch-reformierter Gottesdienst, Kirche Bruggen, St. Gallen
- TV SRF 1 live: Evangelisch-reformierter Gottesdienst aus Martigny

Zudem gibt es für Karfreitag und Ostern reformierte TV-Gottesdienste auf verschiedenen Sendern.

Darüber hinaus verweisen wir auf Predigten auf Radio SRF:
Übertragen werden diese jeweils an Sonn- und Feiertagen auf Radio SRF 2 Kultur und auf Radio SRF Musikwelle, ab 10 Uhr. Zum Nachhören und nachlesen findet man alle Radiopredigten auf radiopredigt.ch

Pfarrer Luther hat ein offenes Ohr für jeden Ratsuchenden. Gerne hört er euch zu oder betet mit euch am Telefon: 027 946 30 80. Falls er bei der Schweizer Armee im Einsatz ist, könnt ihr euch an Pfarrer Stephan Dreyer wenden: 027 470 10 20.

Unsere Kirche in Visp ist offen zum Gebet.

Gebete und Psalme aus der Bibel:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser. Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen. Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.
Amen.
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht. Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!
Amen.
Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir bitten dich für alle, die in der Armee und der Polizei, im Zivildienst, in den Altersheimen
und an vielen anderen Stellen Dienst tun.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und wir beten, dass diese Epidemie weiter abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.
Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Amen
Aufruf zum Donnerstagsgebet

Ausfälle Gottesdienste

Aufgrund der aktuellen Situation (Corona-Virus) finden in Saas Fee, Visp und Zermatt bis auf weiteres keine Gottesdienst und keine anderen kirchlichen Veranstaltungen mehr statt. Wir folgen damit den Anweisungen des Bundes und des Kantons Wallis. Falls sich Änderungen ergeben, werden wir dies hier, auf unserer Homepage, mitteilen.

Der Kirchgemeinderat, 17.3.2020

Wer sind wir?

Wir sind eine Kirchgemeinde der ERKW und Teil der evangelisch-reformierten Landeskirche der SEK.

Möchten Sie uns etwas mitteilen? Dann schreiben Sie uns doch bitte in unser Kontaktformular.

Evangelisch-reformiertes Pfarramt
Pfarrer Tillmann Luther
Napoleonstrasse 16a
3930 Visp
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Tel. 027 946 30 80

Kirche und Sekretariat
Terbinerstr. 16
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